27.07.2013 – 28.07.2013
China, Berlin und die Welt
Kunstpositionen von Reisenden und Residenten in Charlottenburger Altbau


Eine Ausstellung mit 11 internationalen Künstlern über alte wie neue Heimat und Reisen in einer temporär leerstehenden Wohnung in der Rönnestr. 5, Berlin Charlottenburg
im Rahmen der Ausstellungen en passant & friends.

Die Ausstellung von en passant & friends führt 11 Künstler aus China, Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen. Ihre Werke reflektieren über ihre Erfahrungen als Residenten, oft in einem anderen Land als ihrem Heimatland, oder als Reisende, die in der Ferne unerwartete Inspirationen finden. Die Grenzen zwischen Reisen, temporärem oder dauerhaftem Wohnen an einem neuen Ort oder Träumen von der Ferne oder der Heimat werden in der schnellen globalisierten Welt immer unklarer.
Für zwei Tage kommen Künstler zusammen, die ihre Residenz in Berlin oder China haben und in ihren Werken der unterschiedlichsten Techniken ihr Gespür und ihre Neugier für ihre eigene Stadt und/oder entfernte Länder verarbeiten.
Der Ort der Ausstellung steht symbolisch für das Thema: eine Berliner Privatwohnung, eigentlich Dreh- und Angelpunkt für eine Residentenfamilie, steht leer, weil die letzten Bewohner sich vor wenigen Tagen nach Asien verabschiedet haben. Für ihre Besitzer im fernen China hingegen ist sie ein Stück wartende Heimat, in die sie nächstes Jahr zurückkehren.

Auch die Ausstellung selbst ist nur ein kurzer Wochenendbesuch, nach nur einem Samstag- und einem Sonntagnachmittag reisen die Gemälde, Skulpturen, Projektionen, Grafiken, Fotografien und Performances wieder ab.


Die einzelnen gezeigten Positionen:

Der Berliner Fotograf Jörg Schmiedekind lässt in „Stattmenschen“ die globalisierte Glamourwelt eins zu eins auf die Alltagsrealität in der deutschen Hauptstadt prallen.
Sabine Wild verarbeitet in ihren „China Projektionen“ ihre Erfahrung von Dynamik, Geschwindigkeit und Euphorie, die sie bei wiederholten Besuchen von chinesischen Metropolen beeindruckt hat.
Auf einer Insel im Mittelmeer beobachtet Dorothea Schutsch die „Bingo“-Frauen, die ihr vertrautes Spiel auch in der Ferne nicht unterbrechen. In Öl auf Nessel komponiert sie den Blick einer Reisenden auf andere Urlauber neu.
Israel Martin, ein spanischer Künstler, mitten im Umzug von Shanghai nach Berlin, bringt eine Projektion mit. Auf einer digitalen Karte geraten der Kartograph und ein Reisender in ein verwobenes Wechselspiel, Residenz und Reise verlieren gänzlich Abgrenzung.
Der Pekinger Maler Li Xinhui zeigt chinesische Tuschemalereien mit Sternen, die in sich selbst ruhen und den globalen Wunsch nach Harmonie repräsentieren.
Concha Argüeso, Berlinerin mit spanischen Wurzeln, porträtiert in ihren „Berliner Heldinnen“, einer Serie von buchähnlichen Büsten, den Körperbüchern, Alt- und Neuberliner Frauen der Gegenwart mit bemerkenswerten Lebensgeschichten.
Matthias Hagemann lässt die Skyscraper seiner derzeitigen Wohnstadt Shanghai in „Dancing Giants“ als Fotografien auf Reispapier und Seide wanken oder tanzen.
Statik und Bewegung einmal anders sind Thema der Performance R²M²: Rémy Moutons digitale Prozesskunst wandelt Martina Reichelts Tanz in Musik und Malerei um. Improvisation und Zufallsgenerator sind die Geheimwaffen, die alle Künste zusammenbringen. Kathrin Heckel verstärkt die beiden bei der diesmaligen Performance .
Uschi Krempels Farbradierungen kommen scheinbar komplett abstrakt daher. Aber die Inspiration dazu ist oft mehr als konkret: Mal steht der brüchige Fußboden ihrer langjährigen Galerie in Berlin Pate, mal ein Besuch im fernen Botanischen Garten Shanghais.
Alexandra Schraepler reist in ihren Fotografien bis nach China, ohne ihre deutsche Heimat zu verlassen. Ihre „China-Transformationen“ führen aus Illustrationen in ihrem Berliner Atelier im Farbrausch direkt in den fernen Osten, den sie selbst nie besucht hat.

Künstlerliste
Sabine Wild [Berlin]
Jörg Schmiedekind [Berlin]
Dorothea Schutsch [Berlin]
R²M² (Remy Mouton & Martina Reichelt) [Berlin]
Israel Martin [Shanghai/Berlin]
Concha Argüeso [Berlin]
Uschi Krempel [Berlin]
Li Xinhui [Peking]
Alexandra Schraepler [Berlin]
Matthias Hagemann [Shanghai/Berlin]


Ausstellung am Samstag, den 27. Juli und
Sonntag, den 28. Juli 2013 von 14 bis 19 Uhr
Performance R²M² mit Kathrin Heckel am Samstag um 18 Uhr

Alle Künstler sind am 27. oder/und 28. Juli anwesend.

PDF Newsletter 07/2013

Impressionen der Ausstellung bei

Matthias Hagemann (Camera Obscura)
Uschi Krempel (Druckgrafik)
Rémy Mouton (generative Kunst, abstrakt-experimentelle Malerei)
Martina Reichelt (Performance - Malerei - Video)
Jörg Schmiedekind ( Fotografie)
Dorothea Schutsch (Malerei)
Alexandra Schraepler (Fotokunst)
Sabine Wild (Fotografie)
Concha Argüeso (Installation)
Israel Martin (Video)
Li Xinhui (Chin. Tuschemalerei)