2005 formierte sich die Galerie en passant als offene Künstlergemeinschaft, die zunächst in wechselnden Gewerberäumen temporäre Ausstellungen realisierte. 2007 wurden die Ladenräume mit sehr eigenem Gepräge in der Brunnenstraße 169 als dauerhafter Standort in Berlin-Mitte bezogen. Der französische Ausdruck „en passant“ lässt sich mit „im Vorbeigehen“ übersetzen und bezeichnet im Schachspiel einen besonderen, offensiv ausgeführter Zug eines Bauern. Hierin klingen das anfänglich nomadenhafte Dasein der Galerie, der offene Zugang für das Publikum aber auch die zielgerichtete Positionierung der Produzentengalerie im Berliner Kunstmarkt an. Im äußerst dynamischen Umfeld der Brunnenstraße hatte sich die Galerie en passant für das Kunstpublikum bis Anfang 2013 zu einer festen Adresse entwickelt. Zu Ende Februar 2013 gibt die Galerie en passant ihren festen Standort in der Brunnenstrasse, Berlin Mitte, auf und setzt ihr Programm zur Zeit mit Veranstaltungen in Künstlerateliers fort. Ein neuer fester Standort in Berlin wird angestrebt.

Heute zählen knapp 10 international arbeitende Künstlerinnen und Künstler mit deutlichem Berlinbezug zum festen Künstlerstamm der Galerie en passant. Durch ihre individuellen Arbeitsweisen wird die mediale Vielfalt betont. Die Künstler organisieren zumeist in Eigenregie publikumsorientierte Ausstellungen, durch die Besucher in der Begegnung mit sehr unterschiedlicher Kunst zum Erkunden und Nachdenken angeregt werden. Das Publikum wird mal spielerisch, mal provokativ zu Gesprächen, zum Schauen und Wirken lassen animiert oder auch verführt. Die Galerie dient dabei der Projektrealisierung, als Netzwerk sowie Schau- und Aufführungsraum auch für Konzerte, Performances, Lesungen, Künstlergespräche, Workshops, Filme, Tanz- und Theaterstücke.

Abweichend vom herkömmlichen Produzentengaleriemodell, das zumeist Zusammenschlüssen junger Hochschulabsolventen als Sprungbrett in etablierte kommerzielle Galerien dienen soll, ist das Konzept der Galerie en passant seit vielen Jahren auf eine konstruktive und dauerhafte Zusammenarbeit angelegt.

Mit jeweils ausgewählten Künstlerprogrammen nimmt die Galerie an Kunstmessen teil, die sich speziell an junge Galerien und Projekte richten, wie zum Beispiel Contemporary Art Ruhr und Berliner Liste.